Briefe 1981

Mit Harriette Vasilda aus Paramaribo in Surinam bin ich lange Zeit durch eine Brieffreundschaft verbunden. Wir haben uns auf der Bahá’í-Pilgerreise in Haifa, Israel, kennengelernt. Sie ist damals erst fünfzehn. Wir schreiben uns während meiner ganzen Schwazer Junggesellenzeit, bis ich Hilde kennenlernte. Ende der 1990-er-Jahre meldet sie sich einmal als geschiedene Krankenpflegerin aus Amsterdam. Dieser Brief datiert vom 28. April 1981.

Am selben Tag bekomme ich einen Brief von Mitra Kadem-Awal, in die ich mich im Januar 1981 in Wien verliebt habe und sofort die Bahá’í-Ehe eingehen will. Wir reisen nach Villach zu meinen und nach Frankfurt zu ihren Eltern, um deren Zustimmung einzuholen. In den Wochen danach stellt sich heraus, wie überstürzt das alles ist. Durch die Übersiedlung nach Schwaz sehen wir uns bloß mehr selten. Im ersten Brief vom 12. März schreibt sie, meiner habe sie schockiert, der zweite und letzte klingt sehr nach Auflösung der Beziehung.

In der Sache mit Mitra führe ich auch eine Korrespondenz mit meinem Vater. Der bemerkenswerte kafkaeske Briefwechsel Vater-Sohn nach meinem Besuch mit Mitra in Villach – von mir eröffnet am 26. Februar, mit seiner Erwiderung vom 10. März – dokumentiert eine eingetretene große Verstörung. „Ich halte es für keinen Nachteil einsam zu sein. Beste Grüße! Dein Vater“ – so schließt die anachronistisch patriarchale Epistel.