Am 11. April 1937 starb in Saaz Armeegeneral. i. R. Carl Fanta . Im Jahre 1851 als Sohn des Majors Carl Fanta und dessen Frau Anna, geb. Fritsch, welche letztere einer alten Saazer Patrizierfamilie entstammte, geboren, wurde er bereits in jungen Jahren für die militärische Laufbahn ausersehen. Er kam in das damalige Kadetteninstitut Maribor (Marburg) und später in die technische Militärakademie in Wien. Im Jahre 1871 zum Leutnant ernannt, diente er bei Artillerieformationen und absolvierte sodann die Kriegsschule in Wien. Im Jahre 1876 wurde er bereits als Leutnant dem Generalstabe zugeteilt, 1877 zum Oberleutnant ernannt und der 11., später der 1. Kavalleriebrigade zugeteilt.
Nun begann seine glänzende militärische Laufbahn, die ihn bis den höchsten in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee erreichbaren militärischen Chargengraden emporführte. Als Generalstabsoffizier stand er bei verschiedenen höheren Kommandos und bei der militärischen Landesaufnahme in Verwendung, wurde als Oberst Generalstabschef des damaligen 1. Corps in Krakau, kommandierte als Oberst und später als Generalmajor die 57. Infanteriebrigade in Theresienstadt und wurde im Jahre 1905 zum Kommandanten der 34. Infanterietruppendivision in Temesvar ernannt. Im· Jahre 1907 wurde der nunmehrige Feldzeugmeister Carl Fanta zum Militärkommandanten in Zara und nach Aufstellung des XVI. Corps zum Kommandanten dieses Corps ernannt. Im Jahre 1911 schied er über eigenes Ansuchen aus dem aktiven Dienste. Hatte er schon im Laufe seiner früheren Laufbahn zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ritter-Kreuz des Leopoldsordens erhalten, so bekam er schliesslich als besondere Anerkennung den Orden der eisernen Krone I. Klasse verliehen und wurde zum wirkl. geheimen Rat ernannt.
Seit dem Jahre 1911 lebte Feldzeugmeister Fanta in seiner Vaterstadt Saaz. Schon während seiner aktiven Dienstzeit hatte er das
Protektorat über den Verein gedienter Soldaten in Saaz übernonnnen und bekleidete diese Ehrenstelle bis zu seinem Ableben. Viele Angehörige dieses Vereines erinnern sich seiner als eines Vorgesetzten, der, selbst in seiner Lebensweise von größter Bescheidenheit, den ihm unterstehenden Mannschaftspersonen immer ein warmfühlendes Herz entgegenbrachte und bei
strengster Dienstauffassung etwa ihm bekannt gewordenen Ungerechtigkeiten gegen Mannschaftspersonen rücksichtslos entgegentrat. Als Kamerad war er selbstlos und stetig hilfsbereit. Feldzeugmeister Fanta,· dessen bisherige Charge bei Übernahme in den Stand der Offiziere des Ruhestandes der tschechoslowakischen Armee in die eines Armeegenerals umgewandelt wurde, hatte seine glänzende militärische Laufbahn ausschliesslich seiner Tüchtigkeit und Willensenergie zu verdanken. Diese Willenskraft zeigte sich bis in seine letzten Tage, wenn er, alle Schmerzen und Beschwerden des Alters unterdrückend, seine Absicht darauf richtete, seiner ihn pflegenden Umgebung keine Mehrarbeit zu bereiten. Sein ganzes Leben hatte er spartanisch gelebt, äussere Ehrungen hatte er stets abgelehnt. Noch in seinem letzten Willen hatte er verfügt, dass die Beerdigungsfeierlichkeiten in aller Stille vor sich zu gehen hätten und die Öffentlichkeit erst nachträglich davon erfahren solle. Ein guter und edler Mensch ist von uns gegangen. Ehre seinem Andenken!
